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Havanna - Karibische Metropole der Wünsche und der Sehnsüchte
– vor allem die eines Oldtimer Liebhabers.

Spätestens nach einem faszinierendem Aufenthalt in dieser verwirrenden Hauptstadt der Revolution möchten Sie ihren eigenen Oldtimer besitzen. Auch Fidel Castro fährt damit zur Parade am 1.Mai.

Seit meinem ersten Besuch hier überlege ich mir welcher es den nun werden wird und spare auch fleißig darauf. Abgesehen vom Kaufpreis sollte ich dann aber auch noch gleich eine Mechanikerlehre absolvieren, aber da hilft mir die Familie meiner kubanischen Frau sicher weiter. Einen Oldtimer in Kuba zu haben, bedeutet jeden Einzelteil bereits mehrfach selbst zerlegt und in der Hand gehalten zu haben, und ihn auch im Schlaf oder besser gesagt bei einer unvorhergesehenen kleinen Panne mitten auf einer belebten Kreuzung oder auf der Landstraße mitten im nirgendwo, auch wieder einbauen zu können. Schließlich ist es hier wirklich eine Lebensaufgabe sein vorrevolutionäres Auto am Leben zu erhalten.

Das Straßenbild von Havanna strotzt nur so von beeindruckenden Oldtimern. Sie sind einfach faszinierend, die Fahrzeuge aus der Zeit, als Sie noch per Hand und mit Charakter gebaut wurden. Durch die Patina die sie im Laufe der Jahrzehnte angelegt haben wurden Sie nur noch individueller und charakterfester. Als Fotograf war es ein Traum hier Aufnahmen der faszinierendsten Oldtimer zu machen:

Eines Tages, während meines mehrmonatigen Havannaaufenthaltes, gab es dann auch die Möglichkeit bei Filmaufnahmen, direkt im Zentrum beim Parque central zu fotografieren. Der ganze Platz war für das Filmset gesperrt. Und die unterschiedlichsten, in diesem Fall bestens erhaltenen und restaurierten Oldtimern posierten für mich und meine Kamera. Ein blauer Plymouth, neben einem roten Dodge , vor einem schwarzen Pontiac, und einem gelbem Chevrolet.

Das Floridita ist eines der berühmten Restaurants von Havanna. Dank Hemingway erlangte es weltweite Berühmtheit und wurde zur Legende. Er soll hier täglich seine Daiquiris verköstigt haben. Besuchen Sie das Floridita wie er - und auch wie ich es gemacht habe – werden Sie Stammgast und genießen Sie das bezaubernde Ambiente. Köstliche Cocktails, geschmackvolle Zigarren und ein ausgezeichnetes Essen.

Irgendwann kommen Sie dann auch mit den Kellnern des Floriditas ins Gespräch und erfahren dadurch abenteurliche und interessante Geschichten aus dem revolutionären Alltagsleben in Kuba. Nachdem ich mich wie Hemingway täglich ins Floridita zurückgezogen habe um meine Tagesnotizen zu schreiben bin ich mit Abel dem Chefkellner des Hauses ins Gespräch gekommen und er hat mir von seinem Oldtimer erzählt und was man hier so alles bewerkstelligen  muß um ihn am Leben zu erhalten. Natürlich ist es ein vorrevolutionäres Model, ein eleganter Chevrolet, jahrzehntelang hat er treu seine Dienste erwiesen, sorgfältig ist er gepflegt worden – Ersatzteile sind zwar zu bekommen, aber auch fast unerschwinglich – und schließlich muß für jeden Ersatzteil ein anderes Modell sein Leben lassen. Irgendwann schließlich, in den 80er Jahren gab der Motor nun endgültig seinen Geist auf. Nichts war mehr zu machen, selbst, allerhöchste kubanische Improvisionskunst half nichts mehr.  Also was sollte man tun – kurzerhand wurde ein russicher Ladamotor eingebaut.

Natürlich ein Frevel für europaische Oldtimerliebhaber – aber in Kuba realsozialistischer Alltag. Und nun fährt sein amerikanischer Oldtimer mit russischem Herz wieder seit 20 Jahren abgesehen von immer wieder auftretenden kleinen Tücken – zur besten Lebensfreude meines kubanischen Freundes.

Von ihm habe ich auch meine allererste Zigarre geschenkt bekommen, die ich beim Zuhören von allen seinen Geschichten zu genießen und zu lieben begonnen habe. Seitdem habe ich zwei Laster bzw. Hobbies mehr – kubanische Zigarren und kubanische Oldtimer.

Das Fahren auf Kubas Straßen ist traumhaft – solange die Sonne scheint, über die Hälfte der Insel gibt es eine mehrspurige Autobahn und Sie sind fast alleine darauf unterwegs. Auch wenn Sie mit gemütlichen 100km/h unterwegs sind, werden Sie unter den schnellsten sein, dadurch ergibt sich auch die Gelegenheit all die Oldtimer die Sie dabei überholen zu bewundern und auch zu fotografieren. Aber auf folgendes sollten Sie im kubanischen Straßenverkehr aufpassen. Hier ist alles auf den Straßen unterwegs, angefangen vom Ochsenkarren, autostoppenden Mitfahrwilligen und das auch in der Mitte der Straße, bis zu unbeleuchteten Fahrzeugen. Ob Fahrrad, Oldtimer oder Lastwagen. Geht einmal der Scheinwerfer kaputt, dann bleibt er auch die nächsten Jahre kaputt – es sind daher unzählige unbeleuchtete Fahrzeuge unterwegs – vermeiden Sie daher jede Nachtfahrt wenn Sie in Kuba unterwegs sind.

In Santiago de Cuba, ist es dem jungen Amaurice gelungen, mein Vertrauen und meine Freundschaft zu erlangen. Natürlich war ich seine Melkkuh für ein paar Tage, aber ich habe dadurch auch einige einmalige Abenteuer erlebt, die ich nicht mehr missen möchte.

Auf der Fahrt nach Baracoa in seinem abenteuerlichem Dodge – die Strecke Santiago de Cuba nach Baraco ist die imposanteste Strecke die Sie in Kuba mit dem Oldtimer zurücklegen können. Eigentlich wäre sie in 3 -4 Stunden zu schaffen, wir haben über 7 Stunden dazu gebraucht, um diese außergewöhnliche Landschaft auch wirklich genießen zu können.


In Baracoa, dem kleinen Ort mitten im Dschungel, bei dem man nicht weiß wo der Dschungel aufhört und die Stadt anfängt, haben wir die Freundin von Amaurice besucht. Alleine hätte ich mich hier mitten in den Dschungel nicht hinein getraut, obwohl ich mittlerweile gelernt habe, das dies gefahrlos möglich ist. Und hier habe ich dann auch die kurioseste Oldtimergeschichte erlebt. Ein vollig ausgemustertes Modell, nur seine Karosserie war noch zu erkennen und das in zwei Teile zerlegt. Fein säuberlich wurden alle Chromteile, Armaturen, und das gesamte Innenleben ausgebaut. Und nun völlig nackt im Urwald vor sich hinsichend, beteuerte uns der Besitzer, ein Freund von Amaurice, dieses Wracks doch tatsächlich, das er dieses Ding eines Tages wieder zum Laufen bringen wird. Die Wahrheit ist wohl eher, dass er wohl seinen Lebensunterhalt der letzten Jahre mit dem Verkauf sämtlicher Einzelteile seines geliebten Oldtimers verdiente – und diese Modell nur noch das Ersatzteillager für langlebigere Modelle sein wird.


In ganz Havanna können sie einen Oldtimer mieten um eine Stadtrundfahrt auf diese Weise zu genießen. Vor allem im Zentrum befindet sich vor fast jedem Hotel ein Standplatz für Oldtimer Taxis. Sie werden allerdings nur mit Chauffeur angeboten. Selbst einen Oldtimer zu fahren ist dadurch offiziell nicht möglich. Aber auch wenn Sie an irgendeiner Straßenecke die Hand heben um ein Taxi zu rufen, kann es sehr schnell passieren das ein privater Oldtimerfahrer stehen bleibt um Sie mitzunehmen – um ein bisschen was dazu zuverdienen. Ist zwar nicht ganz legal, aber dadurch erhält man die Gelegenheit einerseits mit wirklichen abenteuerlichen Oldtimern mitzufahren und auch interessante Kubaner hautnah kennenzulernen – viele von ihnen haben ihre persönlichen Revolutionsgeschichten.



Mein Artikel für den: Oldtimer Guide:

Havanna - Karibische Metropole der Wünsche und der Sehnsüchte

– vor allem die eines Oldtimer Liebhabers


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